Für die jüngsten Sportlerinnen und Sportler des AC Atlas Plauen standen in diesem Jahr die Vogtlandspiele auf dem Programm. Anders als die älteren Gewichtheber kämpften die Kinder bis einschließlich Altersklasse 11 dabei noch nicht mit der Hantel um Bestleistungen. Stattdessen galt es in verschiedenen Athletikdisziplinen das eigene Können unter Beweis zu stellen – genau in den Fähigkeiten, die später die Grundlage für erfolgreiches Gewichtheben bilden.
Die Wettkämpfe wurden in den vergangenen Wochen direkt während der Trainingszeiten im Verein durchgeführt. Beim Kugelschocken, Schlussweitsprung, Lauftest, Seilspringen auf Zeit sowie Anreißen an der Schrägbank auf Zeit konnten die Nachwuchsathleten zeigen, was sie bereits gelernt haben. Hinter jeder dieser Übungen verbergen sich wichtige Bausteine des Gewichthebens: Kraft, Schnelligkeit, Koordination, Gleichgewicht und körperliche Fitness. Mit großer Begeisterung, viel Fleiß und bemerkenswertem Einsatzwillen stellten sich die jungen Atlas-Sportler den Aufgaben und wurden dafür mit starken Ergebnissen belohnt.
Gewertet wurden die Ergebnisse gemeinsam mit den Nachwuchsathleten der TSG Rodewisch. Umso erfreulicher war es, dass alle Starterinnen und Starter des AC Atlas Plauen mit starken Ergebnissen überzeugen konnten und am Ende einen Platz auf dem Siegerpodest erreichten.
Für viele Kinder war es der allererste Wettkampf ihrer noch jungen sportlichen Laufbahn. Entsprechend groß waren die Aufregung vor den Übungen, die Anspannung während der Wertungen und die Freude über die erreichten Ergebnisse. Die Medaillen und Podestplätze waren dabei nicht nur eine Belohnung für die gezeigten Leistungen, sondern auch ein besonderer Moment, der lange in Erinnerung bleiben wird.
Vielleicht werden die Vogtlandspiele 2026 für einige dieser Nachwuchstalente einmal als der Tag gelten, an dem ihre Gewichtheberkarriere begann. Die ersten Schritte auf diesem Weg sind gemacht – mit Mut, Begeisterung und einer großen Portion Freude am Sport.
Für die Nachwuchsheber des AC Atlas Plauen war der Samstag das große Saisonhighlight. Sieben Talente des AC Atlas Plauen gingen bei den Titelkämpfen in Frankfurt (Oder) auf Medaillenjagd. Kein anderer Verein aus Sachsen stellte mehr Athleten für die Titelkämpfe. Entsprechend groß waren die Erwartungen – und die jungen Sportler lieferten eindrucksvoll ab.
Die Starken aus dem Vogtland setzen Ausrufezeichen
Yara Schwarz sichert sich Gold
Bereits in der Altersklasse 12 sorgte Yara Schwarz für den ersten Paukenschlag. Die amtierende sächsische Vizemeisterin präsentierte sich in bestechender Form, rief ihre persönlichen Bestleistungen ab und belohnte sich mit dem Gewinn der Goldmedaille. Ein Erfolg, der ihre starke Entwicklung der vergangenen Monate eindrucksvoll unterstreicht.
Bronze und starke Platzierungen gegen die ostdeutsche Spitze
Raphael Oefler mit Bestleistungen bei der ODMKM
Auch die männlichen Starter der Altersklasse 12 überzeugten mit hervorragenden Leistungen. Raphael Oefler zeigte im olympischen Zweikampf seine bislang beste Vorstellung und lag nach den Hebedisziplinen sogar auf Medaillenkurs. In den athletischen Wertungen musste er jedoch einige Konkurrenten vorbeiziehen lassen und belegte in der leichten Gewichtsklasse einen respektablen sechsten Rang.
Yannik Grafe sichert sich Bronze
Noch erfolgreicher verlief der Wettkampf für Yannik Grafe. Der sächsische Vizemeister ging mit berechtigten Hoffnungen an den Start und nutzte seine Chance eindrucksvoll. Persönliche Bestleistungen sowohl an der Hantel als auch in den athletischen Disziplinen brachten ihm bei seiner ersten Ostdeutschen Meisterschaft souverän die Bronzemedaille ein.
Knapp am Podest vorbei – und dennoch große Gewinner
Emily Pürschel mit herausragender Leistung
In der Altersklasse 13 wartete die gewohnt starke Konkurrenz aus Sachsen, Berlin und Brandenburg. Besonders bitter verlief der Wettkampf für Emily Pürschel. Nach gesundheitlich bedingten Einschränkungen in der Vorbereitung kämpfte sie sich dennoch eindrucksvoll durch den Wettkampf und verpasste das Podium am Ende um lediglich 0,43 Punkte. Der vierte Platz war dennoch eine bemerkenswerte Leistung und zeugte von großer Willensstärke.
Leonard Schlichter beim Sternenlauf
Für zusätzliche Spannung sorgte das morgendliche Wiegen. Alle drei männlichen Starter des AC Atlas Plauen landeten überraschend in derselben Gewichtsklasse und mussten damit direkt gegeneinander antreten.
Davon ließ sich Leonard Schlichter jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Trotz des unfreiwilligen Wechsels in die leichtere Gruppe präsentierte er sich in starker Verfassung, stellte neue persönliche Bestleistungen auf und erzielte mit 77 Kilogramm im Zweikampf ein hervorragendes Ergebnis. Gegen die starke Konkurrenz aus den Berliner und Brandenburger Leistungszentren reichte dies zu einem beeindruckenden vierten Platz.
Paul Seifert beim Schocken
Dicht dahinter folgte sein Vereinskamerad Paul Seifert auf Rang fünf. Auch er überzeugte mit persönlichen Bestleistungen und starken athletischen Ergebnissen, musste sich im vereinsinternen Duell jedoch denkbar knapp geschlagen geben.
Den krönenden Abschluss aus Plauener Sicht setzte schließlich Jannik Rühling. Vor allem seine herausragenden Technikwertungen machten den Unterschied. Mit starken Leistungen verwies er nicht nur seine Vereinskameraden, sondern auch die Konkurrenz aus Berlin und Frankfurt (Oder) auf die Plätze und sicherte sich verdient den Titel des Ostdeutschen Meisters.
Technik als Fundament des Erfolgs
Jannik Rühling sichert sich Gold
Dass die Plauener Nachwuchsheber regelmäßig auf höchstem Niveau mithalten können, kommt nicht von ungefähr. Ein zentraler Baustein der Trainingsarbeit ist die technische Ausbildung. Die Trainer legen seit Jahren größten Wert auf saubere Bewegungsabläufe und eine präzise Ausführung der olympischen Hebetechniken.
Gerade im Schülerbereich entscheidet nicht allein das bewegte Gewicht über die Platzierung. Die Technik fließt mit einer eigenen Wertung in das Gesamtergebnis ein und kann über Sieg oder Niederlage entscheiden.
„Saubere Technik ist die Grundvoraussetzung. Das Gewicht kommt dann später von ganz allein“, betonen die Trainer des AC Atlas Plauen.
Wie wertvoll dieser Ansatz ist, zeigte sich einmal mehr in Frankfurt (Oder). Nahezu alle Athletinnen und Athleten aus dem Vogtland erhielten vom Kampfgericht Spitzenbewertungen für ihre Ausführung und verschafften sich dadurch entscheidende Vorteile gegenüber vielen Konkurrenten.
Silberne Überraschung nach 13 Stunden Wettkampf
Nach einem langen Wettkampftag von insgesamt 13 Stunden wartete auf die Vogtländer schließlich noch ein ganz besonderer Moment.
Erstmals seit mehreren Jahren hatte der AC Atlas Plauen wieder eine Mannschaft für die Teamwertung gemeldet. Die Hoffnung auf eine gute Platzierung war vorhanden, doch das tatsächliche Ergebnis übertraf alle Erwartungen.
Mit einem hauchdünnen Vorsprung von lediglich 0,47 Punkten verwiesen die Atlas-Athleten mehrere renommierte Leistungszentren auf die Plätze. Lediglich das favorisierte Team aus Schwedt war an diesem Tag nicht zu schlagen.
Neben den beiden Goldmedaillengewinnern Yara Schwarz und Jannik Rühling, waren es ausgerechnet die beiden unglücklichen Viertplatzierten Emily Pürschel und Leonard Schlichter, die mit ihren starken Leistungen die entscheidenden Punkte für die Mannschaftswertung sammelten und damit den Gewinn der Silbermedaille sicherten.
So kehrte der AC Atlas Plauen mit zwei Ostdeutschen Meistertiteln, einer Bronzemedaille und Mannschaftssilber aus Brandenburg zurück – ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass die „Starken aus dem Vogtland“ auch auf großer Bühne zu den Besten des Ostens gehören.